Konservierungslinien für ein Plus an Qualität, Produktivität und Effizienz

Roesler SurfFinisher
Innovative Detaillösungen der Konservierungslinien sorgen beim Strahlen und Lackieren für hohe Qualität und Wirtschaftlichkeit.
Roboter mit Werkstueck
Herz der Konservierungslinien ist eine Rollenbahnstrahlanlage mit Lackierautomat, die auf die jeweiligen Anforderungen ausgelegt werden.
Werkstuecke Surf-Finisher
Die Bürstenvorabscheidung reduziert die Belastung des Feinfiltersystems um 60 bis 80 Prozent.

Ob Stahlbau, Stahlhandel oder Schiffsbau – der temporäre Korrosionsschutz von Blechen und Profilen spielt eine qualitätsentscheidende Rolle. Dieser wird mit Hilfe von Konservierungslinien aufgebracht. Durch innovative Entwicklungen ermöglichen Anlagen von Rösler dabei sowohl Prozess- als auch Kostenvorteile.

Schlüsselfertige Konservierungslinien bestehen in der Regel aus individuell anpassbaren Fördersystemen für den Zu- und Abtransport der Bleche, Profile und Rohre, einem Vorwärmer, einer Rollenbahnstrahlanlage, dem Lackierautomaten mit Oversprayabscheidung sowie einem Lacktrockner mit Kettenförderer, die für einen automatischen Prozess miteinander verkettet sind. Werden die zu bearbeitenden Teile im Freien gelagert, sorgt eine vor dem Vorwärmer platzierte Abblasestation dafür, dass lose anhaftende Verunreinigungen und Feuchtigkeit entfernt werden. Beim Einsatz lösemittelhaltiger Lacksysteme wird die Abluft aus dem Trockner in eine thermische beziehungsweise regenerative Nachverbrennung geleitet. Entscheidend dafür, welche Qualität, Produktivität und Wirtschaftlichkeit mit der Konservierungslinie erzielt werden, ist einerseits die optimale Auslegung auf das zu bearbeitende Werkstückspektrum, andererseits die Konstruktion der einzelnen Komponenten. Das Lieferprogramm von Rösler beinhaltet daher Anlagen für unterschiedlich breite und hohe Werkstücke, die mit zahlreichen innovativen Detaillösungen für hohe Leistung und Effizienz ausgestattet sind. Dadurch kann bei hoher Qualität mit einer Durchlaufgeschwindigkeit von bis zu acht Metern pro Minute gearbeitet werden.

Schneller und energiesparender vorwärmen
Dies beginnt beim neu entwickelten Hochkonvektionsvorwärmer mit 250 mm dicker Isolierung, in dem die Werkstücke auf die für eine optimale Lackhaftung und verkürzte Trocknungszeit richtige Temperatur von 20 bis 40°C gebracht werden. Im Gegensatz zu konventionellen Vorwärmern verfügt er über mehrere Ventilatoren, deren Drehzahl frequenzgesteuert ist. Dadurch kann die Leistung flexibel an die Materialstärke des zu erwärmenden Werkstücks und die Durchlaufgeschwindigkeit angepasst werden. Gleichzeitig sorgt das Umluftsystem dafür, dass die Teile von allen Seiten mit warmer Luft umströmt werden. Dies trägt nicht nur zu einer schnelleren Temperierung bei, sondern reduziert auch den Energieverbrauch.

Deutlich höhere Strahlleistung und lange Turbinenstandzeit
Vom Vorwärmer geht es direkt weiter in die Rollenbahn-Strahlanlage. Die Strahlkammer besteht serienmäßig aus Manganstahl, zusätzlich befinden sich im Strahlraum auswechselbare, überlappend angeordnete Platten aus dem gleichen verschleißfesten Manganstahl. Die Strahlanlage ist mit Gamma 400 G-Turbinen ausgestattet, deren Leistung an die Anlagengröße angepasst wird. Diese universell einsetzbaren Turbinen ermöglichen im Vergleich zu herkömmlichen Standardturbinen bei 15 bis 20 Prozent höherer Strahlleistung eine mindestens doppelte Standzeit. Sie sind in der Strahlkammer oben und unten geneigt angeordnet und strahlen in einem definierten, geneigten Winkel auf die Werkstücke. Aus dieser Schrägstellung resultiert im Vergleich zu Turbinen, die mit 90 Grad strahlen, ein um 15 bis 25 Prozent höherer Entzunderungs-/Entrostungseffekt, der die erforderliche Strahlzeit verkürzt. Die integrierte Werkstückabreinigung mit rotierender Bürste und gezielt gebündeltem Luftstrom verfügt serienmäßig über eine Werkstückerkennung und automatische Höheneinstellung. Dies stellt einerseits sicher, dass alle Werkstücke strahlmittel- und staubfrei aus der Anlage kommen. Andererseits sind keine zeitintensiven manuellen Eingriffe erforderlich, gleichzeitig wird ein hoher Bürstenverschleiß durch eine nicht exakt angepasste Höhe verhindert. Die Strahlmittelaufbereitung und Filteranlage sind optimal an die Anlagengröße angepasst und können produktionsflächensparend auf der Anlage positioniert werden. Großzügige Wartungstüren ermöglichen den einfachen Zugang in die Strahlkammer.

Materialeffiziente Lackierung mit effektiver Oversprayabscheidung
Ein wesentlicher Betriebskostenfaktor in Konservierungslinien ist der Lack beziehungsweise Primer. Der Lackierautomat verfügt daher serienmäßig über Sensoren, welche die Werkstückabmessung millimetergenau ermitteln. Die Lackierbrücken werden automatisch auf die jeweiligen Maße eingestellt, so dass Lack nur dort in der geforderten Schichtstärke appliziert wird, wo er auch benötigt wird. Dies trägt entscheidend zu einer materialsparenden Arbeitsweise und zur Minimierung von Overspray bei. Verarbeitbar sind praktisch alle Lacke auf Lösemittel- oder Wasserbasis als 1-, 2- oder 3-komponentige Variante. Für Anwendungen, bei denen verschiedene Lacke eingesetzt werden sollen, lässt sich der Lackierautomat mit mehreren unabhängigen Applikationssystemen ausstatten. Ein Novum stellt die trapezförmige, strömungsoptimierte Kabinenabsaugung dar. Sie verhindert Luftverwirbelungen und transportiert die farbnebelhaltige Luft gezielt zur serienmäßigen Trockenabscheidung. Diese besteht aus einer patentierten Bürstenvorabscheidung mit langsam rotierenden Borstenwalzen. An den Borsten bleiben die klebfähigen Partikel haften, trocknen und fallen herab. Dieser Vorfilterstufe ist ein Sinterlamellenfilter nachgeschaltet, in dem der Reststaubgehalt deutlich unter die gesetzlichen Grenzwerte verringert wird. Die Bürstenvorabscheidung reduziert die Filterbelastung so drastisch, dass eine hohe Standzeit des Sinterlamellenfilters von rund 15.000 Betriebsstunden erreicht wird. Ein weiterer Vorteil der optimierten Absaugung ist die minimierte Anlagerung von Lackpartikeln an den mit Teflon ausgekleideten Innenwänden der Kabine und der dadurch geringere Reinigungsaufwand und somit Reduzierung der Betriebskosten.

 
Lacktrocknung ohne Energieeinsatz für Wärme
Für den Transport der noch nassen, lackierten Werkstücke zum Lacktrockner kommen spezielle Kettenförderer zum Einsatz. Sie verfügen lediglich über sechs Auflagepunkte pro Quadratmeter, so dass nur minimale Abdrücke entstehen. Die Aufheizung des Lacktrockners auf die erforderliche Temperatur zwischen 40 und 80 °C erfolgt durch Abluft aus dem Vorwärmer. Es fällt daher kein Energieverbrauch für zusätzliche Wärmeerzeugung an. Eine gleichmäßige Trocknung wird durch Umluftventilatoren und Luftführungselemente sichergestellt.