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Interview mit Lukas Schamel – Dualer Student im 2. Studienjahr

Kannst du uns ein wenig über dein Duales Studium erzählen? Welche Tätigkeiten führst du aus? Wie sieht dein Alltag aus?

Lukas: „Vom komplett leeren, weißen Blatt Papier, bis hin zum ausgetüftelten und detailreichen CAD-Modell!“ Das hat mich von Anfang an fasziniert.
Ich habe mich für ein 3-jähriges Duales Studium Maschinenbau in der Fachrichtung Konstruktion und Entwicklung an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg am Standort Mosbach entschieden, das ich voraussichtlich Ende September 2018 mit dem Abschluss „Bachelor of Engineering“ nach dem 6. Semester abschließen werde.
Das Studium ist in 6 Praxis- und 6 Theoriesemester aufgeteilt, welche sich abwechselnd im 3-Monatsblock auf die 3 Jahre verteilen.
In meinem Studium bringe ich die Vorgaben des Kunden zu Papier. Ich „übersetze“ praktisch die Ideen in machbare Technologien und plane die geforderte Anlage am Computermodell. Dabei muss das Rad nicht immer neu erfunden werden. Mit Hilfe von bestehenden Lösungen früherer Probleme oder der Wiederverwendung bestehender Teile, kann man meist die geforderten Angaben sehr gut bewältigen. Dabei stößt man immer wieder an neue technische Herausforderungen, welche man zusammen mit seinem Team meistert, bevor man das fertige Modell, oder besser gesagt die Einzelteile, in Zeichnungen darstellt. Anhand dieser Zeichnungen kann die Fertigung nun die Komponenten fertigen und die Maschine zusammenbauen.
Weiter- und Neuentwicklungen stehen auf dem Tagesprogramm. Nicht unbedingt nach dem Motto „höher, schneller, weiter“, sondern eher nach dem Motto „leistungsfähiger, effizienter, kundenzufriedener“. Eigene Verbesserungsvorschläge oder beschlossene Ideen führen dazu, dass vom einfachsten Teil bis hin zur komplexesten Anlage immer ein technologischer Fortschritt besteht.
Mein Alltag in der Firma spiegelt sich hauptsächlich vor dem Rechner wieder, ich darf aber auch zu Kundenfirmen, in die Produktion und zu diversen Schulungen. In den ersten Praxissemestern, also der Zeit im Betrieb zwischen den Hochschulsemestern, bearbeite ich meistens Projekte, wie zum Beispiel die Planung, Auslegung und Berechnung einer Vorrichtung. Hier halte ich von den ersten Entwürfen, über diverse Modelle und Verbesserungen, bis hin zum ausgearbeiteten Modell, den dazugehörigen Zeichnungen und der fertigen Vorrichtung, alle Arbeitsschritte, wie Auslegungen oder Berechnungen, in einer wissenschaftlichen Arbeit fest, welche von der Hochschule benotet wird.
Mein Alltag in der Hochschule besteht darin, mir meine Qualifikationen anzueignen. Die gelernten Module haben alle einen technischen Hintergrund und fächern sich von Mathematik über Technische Mechanik, Konstruktionslehre bis hin zu Thermo- bzw. Fluiddynamik oder Getriebelehre.

Was gefällt dir besonders gut an deinem Ausbildungsbetrieb? Was waren Highlights für dich?

Lukas: Besonders gut hat mir gefallen, dass ich vor Beginn der ersten Theoriephase an der Hochschule die Möglichkeit hatte einen Firmendurchlauf zu machen, indem ich mehrere Wochen in den internen Ausbildungswerkstätten oder den Testzentren verbringen durfte. Auch die freundliche Integration in meiner Abteilung im Konstruktionsbüro hat mir super gefallen. Bei Fragen wurde mir stets eine detailreiche Antwort gegeben und sogar einige Kniffe gezeigt. Der Zusammenhalt aller Mitarbeiter und die super Zusammenarbeit aller Arbeitsschritte haben mich von Anfang an überzeugt.
Mein persönliches Highlight war das Fertigen eines kleinen Schraubstockes in der Metalllehrwerkstatt. Hier konnte man sehr gut sehen, wie der Schraubstock nach und nach entweder durch Maschinen oder durch Handarbeit Form angenommen hat. Mir wurden  Dreh- und Fräsmaschinen erklärt und ich durfte diese bedienen, um meine Einzelteile fertigen zu können. Nach einer Woche Arbeit konnte ich mein fertiges Produkt in der Hand halten und sehen, wie alle Komponenten, die ich hergestellt habe, perfekt miteinander harmonieren.

Welche Interessen oder Eigenschaften sollten Bewerber für Deinen Ausbildungsberuf / Studiengang haben?

Lukas: Man muss technikbegeistert sein!
Grundlegend ist es meiner Meinung nach wichtig sich für Technik zu interessieren, ganz egal in welche Richtung. Man sollte einfach davon fasziniert sein; das ist das Wichtigste.
Als Voraussetzung, vor allem in Bezug auf die Klausuren an der Hochschule nach jedem Semester, würde ich sehr gutes Basiswissen in den technischen Bereichen Mathematik und Physik nennen, da es ohne gute Grundlagen sehr schwer wird. In Bezug auf den praktischeren Teil empfiehlt es sich teamfähig, aufgeschlossen für neue Ideen und selbstständig zu sein. Weiterhin ist es sehr wichtig ein relativ gutes Vorstellungsvermögen zu besitzen und man sollte sich Bauteile dreidimensional vorstellen können.
Wenn einen das anspricht, ist Maschinenbau genau das Richtige!

Ein Blick in die Zukunft: Weißt du schon, was du nach deinem Studium machen willst?

Lukas: Nach meinem Studium werde ich zunächst weiter Praxis im Konstruktionsbüro sammeln und ins „richtige Berufsleben“ einsteigen. Dann überlegen ob ich die Weiterbildung zum „Master of Engineering“ mit der Unterstützung der Firma Rösler mache.

*Unabhängig von der Formulierung richten sich alle Ausbildungsangebote an weibliche und männliche Bewerber*